Lied vom Rhein
F. Hiller
Mein Heimatland, o du herrlicher Rhein,
Du Perle des Westens, grüngoldige Flut,
Deine Männer sind stark, deine Frauen sind gut,
Es ist eine Lust, dein Kind zu sein!
Wie blauet dein Himmel so tief und so klar!
Wie wallet in goldenen Ähren das Land,
Auf den Hügeln, zu Thal an der Ebene Rand,
Wie schwillst von Segen du wunderbar!
Von deinen Bergen, wie sieht es sich weit!
Wie athmet die Seele so kühn dort und frei!
In der Tiefe ziehen die Schifflein vorbei,
Zögernd hinweg aus der Herrlichkeit.
Im Hochland aber, da halten sie Wacht,
Noch immer die Burgen der Ritter hehr.
Wohl erdröhnet das Horn des Wächters nicht mehr,
Doch lieben wir sie, nun vorbei ihre Macht.
O Rhein!... und es spiegeln sich Dome groß
In der Fluten, der leiseschauernden Schaum,
Gewaltige Kaiser träumen den Traum
Versunkener Glorie in ihrem Schooß!
Mein Heimatland, o du herrlicher Rhein,
Du Perle des Westens, grüngoldige Flut,
Deine Männer sind stark, deine Frauen sind gut,
Es ist eine Lust, dein Kind zu sein!