Sehnsucht

F. Hiller

Wie hab' ich mir den Lenz ersehnt

Mit seinen lieben Spenden,

Da sich der blaue Himmel dehnt

Und alle Leiden enden.

Nun blaut der Himmel klar darein,

Der Frühling ist gekommen

Mit Amselsang und Sonnenschein,

Und doch will mir's nicht frommen.

Ich weiß nicht, wem mein Sehnen gilt:

Der Winter ist vertrieben,

Die Blüte treibt, die Knospe schwillt --

Die Sehnsucht ist geblieben.