Sizilianisch

F. Hiller

Sage, sag', o kleine Biene,

Wohin eilst du schon so frühe?

Noch auf keinem Gipfel taget

Nur ein Strahl der Morgenröthe.

Allenthalben auf den Wiesen

Zittert noch der Nachtthau funkelnd;

Nimm in Acht dich, daß er deinen

Goldnen Flügelchen nicht schade.

Sieh, die Blümchen alle schlummern

Noch in ihren grünen Knospen,

Schließen noch die Köpfchen träumend

Dicht an ihre Federbettchen.

Doch du schlägst so rasch die Flügel!

Eilest emsig deines Weges!

Sage, sage mir, o Bienchen,

Wohin gilt's? Wohin so frühe?

Suchst du Honig? Wenn nichts anders,

So laß ruhen deine Flügel,

Ich will dir ein Örtchen zeigen,

Wo du immer Honig findest.

Kennest du nicht meine Nice?

Nice mit den schönen Augen,

Ihre Lippen hauchen süße

Süßigkeiten unerschöpflich.

Auf der schön gefärbten Lippe

Meiner einzig Hochgeliebten

Da ist Honig! Auserles'ner!

Da, o Bienchen, sauge, sauge!