Volkslied

F. Hiller

Hier ist die Stelle, hier ist der Platz,

Hier unterm Rasen, da liegt mein Schatz.

Die Gräber, die gruben so tief dein Grab,

Die Träger, die ließen dich tief hinab.

So tief hinab!

Ich komme, zu schmücken dein Schlafgemach,

Darein du ruhest bei Nacht und Tag;

Sie machten dein Bette so weich, so weich,

Sie legten dich drauf so kalt und bleich,

So kalt und bleich!

Zwei Rosen, die sollen beisammen sein,

Ich pflanze sie über dem Herzen dein,

Die eine für dich, die andre für mich;

Wir liebten uns so treuinniglich,

Treuinniglich!

Die eine ist wie Herzblut so rot,

Weil du mich geliebt bis in den Tod;

Die andre, die ist so weiß wie der Schnee,

Der Tod, der that meinem Herzen weh.

So weh, so weh!

Und weil du hast keinen Leichenstein,

Will selber das Grab ich dir hüten sein.

Hier ist die Stelle, hier ist der Platz,

Hier hüte ich meinen herzliebsten Schatz,

Herzliebsten Schatz!