Vom Schwanenritter
F. Hiller
Ein Knabe kommt gefahren
Zum grünen Rheinesstrand,
Hat Rosen in den Haaren,
Die Laute in der Hand.
Vor einem Schloß am Berge,
Da hält der fromme Schwan;
Der Knabe springt ans Ufer
Und schlägt die Saiten an.
Es werben seine Lieder
Herzinnig durch die Nacht;
Das Reh im Wald, im Flieder
Die Nachtigall erwacht.
Es hält der Wind die Schwingen,
Der Strom die Wellen an;
So hat Gesang es Allen
Wie Zauber angethan.
Und als er war verklungen,
Zieht von Altanes Rand,
Die Hände eng verschlungen,
Das schönste Paar ins Land.
Der Stern der Liebe schimmert
In wunderbarer Pracht,
Und von den Blüten flüstert
Es leise: Gute Nacht!