Wasserlilie
F. Hiller
Die Wasserlilie wächst am See,
Sie steht in Blüthe.
Um einen schönen Mann ist Weh
Mir im Gemüthe.
Wohin mich drehn, wohin mich wenden?
Im Wachen und im Schlafen enden,
Am Abend und am Morgen,
Nicht enden diese Sorgen,
Die Thränen meinem Aug' entsenden.
Die Wasserlilie steht am Teich
Mit blühnden Dolden.
Es ist mein Herz an Schmerzen reich
Um einen Holden,
Dem schön zu seinen beiden Wangen
Die vollen Locken niederhangen.
Im Wachen und im Traume
Nicht weiß ich welchem Raume
Sich zu fod wenden mein Verlangen.
Die Wasserlilien an der Fluth
Sind aufgeschlossen.
Den Edlen wünsch' ich schön und gut
Mir zum Genossen,
Der mit dem klaren Augenlichte
Mir macht des Schlafes Kuh zunichte,
Daß ich mich wend' im Streite
Von der zu jener Seite,
Und lieg' auf meinem Angesichte.