Das Lieblingsplätzchen

F. Himmel

Wohl kenn ich ein Plätzchen, da wohnt' ich so gern;

Da ist man dem Wirrwarr der Menschen so fern;

Da lebt man so einsam und stille für sich;

Da lebt' ich für Liebchen, und Liebchen für mich.

Wir bauten ein Hüttchen von Strauchwerk umheckt,

Das bliebe den Blicken des Neides versteckt;

Das wäre für hohe Besuche zu klein;

Doch kehrte wohl öfters der Freund bei uns ein.

Um's Hüttchen her würde der Garten geführt,

Mit Bäumen und Blumen gar stattlich verziert;

Und suchten am Abend wir Stille und Ruh',

So eilten der Laube von Geisblatt wir zu.

Da kos'ten wir traulich die Stunden dahin,

Bis dichtere Schatten die Landschaft umziehn:

Dann wallten, umleuchtet vom silbernen Schein

Der Sterne, wir wieder ins Hüttchen hinein.

Genössen mit Danke das ländliche Mahl,

Und Liebchen kredenzte den vollen Pokal:

Bald winkte der Schlummer zur nächtlichen Ruh',

Dann drückten wir küssend die Augen uns zu.