Zum Jahresschluss

F. Himmel

Tage fliehen, Jahre rollen

Schnell zur Ewigkeit hinab!

Eh' wir wissen, was wir wollen,

Öffnet sich für uns das Grab!

Wünsche wechseln stets mit Sorgen

Ungestüm in unsrer Brust;

Oft beseufzen wir am Morgen

Den Genuß ersehnter Lust.

Chor.

Tage fliehen, Jahre rollen

Schnell zur Ewigkeit hinab.

Süße Plane für das Leben

Täuschen unsre Phantasie;

Was wir wünschen, ach! das geben

Selbst erfüllte Wünsche nie!

Jung erträumen wir uns Freuden

Einer fernen Wonnezeit;

Sie erscheint, ihr folgt das Leiden

Der verlornen Heiterkeit.

(

Chor.

Ja, von unsern schönsten Tagen,

Ernten wir oft bittre Pein!

Froh genossen, leicht getragen

Will das kurze Leben seyn.

Ach! es läßt die leere Stunde,

Der verlorne Augenblick,

Immer eine Lebenswunde,

Einen leeren Raum zurück.

(

Chor.

Wenn sich deine Tage schwärzen,

O, das fechte dich nicht an!

Baue nur im eignen Herzen

Reine, stille Freuden an!

Rein erhalte dein Gewissen

Und die ganze Seele rein!

Leicht wird dann dein Sterbekissen,

Wie das Blatt der Rose, seyn.

(

Chor.