Das Mädchen am Ufer

F. Jähns

Es saß ein Mägdlein feine

verlassen an dem Raine,

bis in den Tod betrübt.

Es zog der Wind vorüber,

sie fragt ihn: Kommt mein Lieber?

Doch Wind nicht Antwort gibt.

Der Mond schleicht aus dem Walde,

sie fragt: Ach, kommt er balde?

Doch stumm ist Mondenlicht.

Sie hört das Wasser rauschen,

sie will auf Nachricht lauschen,

doch Nachricht bringt es nicht.

Der Morgen lugt von Bergen,

sie fragt: Siehst du ihn nirgends?

Doch Morgen schweigt vor ihr.

Da kommt der Tod gegangen,

spricht: Dort ist dein Verlangen,

dort oben; komm mit mir!