Im Felde

F. Kauffmann

Die Luft geht schwer.

Zittert ein seltsames Licht

Über die Felder her...

Grad, als ob's ein Gewitter wär'...

Küsse mich nicht. --

Wiegt sich die Weide dort

Her und hin,

Wackelt grad

Wie die Nachbarin.

Laß es die Alte

Um Gott nicht sehn,

Daß wir hier unten

Beisammen stehn!

Hat gar ein böses Maul.

Bringt's noch heute

Unter die Leute,

Zeigen sie mit den Fingern auf mich --

Sahst du, wie's eben vorüber schlich?

Mit heißem Atem

Und huschenden Schritten?

Hat eine braune Kutte an.

Einen Strick um die Mitten,

Und zwei glühende Augen im Gesicht.

Küsse mich nicht! --

Ich wollt', ich wär' erst zu Haus!

Ist keine Seele im Feld--

Alles so still und so dunkel und heiß --

Faß mich nicht an

Und sprich nicht so leis,

Komm lieber und laß uns geh'n.

Ist mir doch bang, dich zu seh'n,

Dich und dein bittend Gesicht --

Küsse mich nicht... ach...

Küsse mich nicht!