Das Mädchen von Juda
F. Kücken
Verstummt ist die Harfe, die Saiten entzwei,
das Wünschen und Sehnen des Herzens vorbei.
Bang flattert der Vogel von Netzen umstellt,
stirbt hin wenn gefesselt der Jäger ihn hält.
O Vaterland süß, o Vaterland mein,
nie wirst du mir wieder die Ruhestatt sein,
O Vaterland süß, o Vaterland mein,
nie wirst du wieder die Ruhstatt mir sein.
Wo sind sie die Söhne vom alten Geschlecht?
Gefallen im blutigen finstern Gefecht!
Die Stadt liegt in Trümmern, verweiset das Thal,
erfüllt von der blutig Erschlagenen Zahl.
O Vaterland süß, o Vaterland mein,
wann wird dir Jehovah ein Rachegott sein?
O Vaterland süß, o Vaterland mein,
wann wird Jehovah ein Rachegott sein?
Es klirret die Kette ein widrig Getön,
am Arme der Töchter, einst blühend und schön.
Die Tage sind lang, voll Grauen die Nacht,
in Knechtschaft des Feindes der Jude verlacht.
O Vaterland süß, o Vaterland mein,
könnt ich nur im Tode vereinet dir sein!
O Vaterland süß, o Vaterland mein,
könnt ich im Tode vereinet dir sein!