Die Fischer

F. Kücken

Es wehen vom Ufer die Lüfte,

es treiben die Wellen den Kahn;

Aurora mit rötlichem Schimmer

grüßt freundlich die Wogenbahn.

Es grüßen mit freudigem Angesicht

die Fischer das liebliche Morgenlicht;

der lustige Sang

schallt das Ufer entlang,

bis der Abend durch dämmernde Wolken bricht.

Nicht rasten die nervigen Arme,

die Netze durchschneiden die Flut,

mag Phöbus den Rüstigen lächeln,

mag stürmen der Wind'sbraut Wut.

Nichts trübet dem Fischer die heit're Brust,

er ist sich der inneren Kraft bewusst.

Des Sturmwindes Wut

bringt ihm freudigen Mut,

füllt den Busen mit glühender Kampfeslust!

Und hüllet in nächtliche Dunkel

der Abend das freundliche Tal,

dann findet der fleißige Fischer

im Hüttchen sein Abendmahl.

Die Alten besprechen des Tages Glück,

die Burschen, sie suchen des Liebchens Blick;

in liebender Lust

schwelgt die trunkene Brust,

bis die Mitternacht mahnend sie ruft zurück.