Die Thräne

F. Kücken

Wohl war es eine Seligkeit,

wohl war es eine Lust,

wie ich dereinst in schöner Zeit

geruht an Deiner Brust;

doch hat uns nicht die Lieb' allein,

und hat der Schmerz vereint,

die Thräne, die vergess' ich nie,

die Du um mich geweint.

Der Vögel Sang verstummt im Hain

und öd' ist Berg und Thal,

so fällt nun auf mein trübes Sein

der letzte Sonnenstrahl.

Doch ist vom Glück, was ich geträumt,

auch jede Spur verweht;

die Thräne bleibt mir immer noch,

die Du um mich geweint.