Matrosenlied
F. Kücken
Hold Liebchen, leb' wohl! In die See, in die See!
Mich zieht ein unendlich Verlangen.
Die Well' ist entfesselt, geschmolzen der Schnee,
Es rinnt von der Höh'
In die See, in die See
Die Thräne von blühenden Wangen!
Was weinst du, hold Liebchen, auf duftendem Klee?
Die Liebe verdorrt mir zu Lande!
Nur wenn ich die Wimpel, die flatternden, seh',
Dann schwieget das Weh
Und die See und die See
Läßt alle Sorgen dem Strande!
Es schaukelt das Schifflein so lustig, juchhe!
Es treiben das Segel die Winde,
Und wenn ich hoch oben im Mastkorbe steh',
Dann seh' ich und seh'
In die See; in die See
Und winke dir, herzigem Kinde!
Du bleibest so ferne; noch einmal, ade!
Und wenn du denn Thränen mußt weinen,
So weine sie nicht in den duftenden Klee,
An das Ufer geh',
In die See, in die See
Verinnen sie leicht mit den meinen!
Und was mir auch immer so Trübes gescheh',
So kehr' ich doch endlich zurücke;
Und ziehet die Sonne die Fluth in die Höh',
So locket das Weh
Eine See, eine See
Aus meinem gebrochenen Blicke!