Vögelein im Walde
F. Kücken
Vögelein im Walde, o flattre und singe,
schwinge dich auf zu beflügelnder Flucht!
Meide die drohende seidene Schlinge,
lockend bedeckt mit der purpurnen Frucht.
Fliege, mein Vögelein, fliege davon,
fürchte des Jägers umstrickenden Ton!
Siehst du den Späher vom Busche umfangen,
lauschend, wie dich sein Verlocken verwirrt?
Schwebst du zum Zweige mit süßem Verlangen:
Ach, wie so schnell dich die Schlinge umschwirrt!
Fliege, mein Vögelein, fliege davon,
fürchte des Jägers umstrickenden Ton!
Tief in der Brust, du mein Herz, welch ein Schlagen,
wenn mich ihr Wort und ihr Auge begrüßt?
Ach, wie sie lockt, jene Fesseln zu tragen,
welche die Liebe umrost und versüßt!
Fliege, mein Vögelein, fliege davon,
fürchte des Jägers umstrickenden Ton!