Am Bache

F. Kühmstedt

Hier sitz' ich so einsam im mondlichen Schein

am Ufer des Baches allein, allein,

und lausche den Wellen mit träumendem Sinn;

sie kommen, sie gehen - wohin, ach, wohin?

Und deutsam zerpflück' ich mit traurigem Ach

die Blumen des Straußes und werfe sie nach.

Hintreibt sie der Wellen schnell rauschendes Spiel,

sie finden im endlosen Meere das Ziel.

So flohen die Stunden, an Blüten so reich,

wo stolz ich mich dünkte den Göttern wohl gleich.

Der selige Zauber berauschte mich kaum,

da war er entflohen als rosiger Traum.