Der Kirchhof

F. Lachner

Seht! der Mond, er blickt so düster

Und die Sterne sind so bleich,

In den Lüften tönt Geflüster

Dumpfen Geisterstimmen gleich.

Horch! in feierlichen Pausen

Auf dem Thurm die Glocke schlägt

Und die schwanken Wipfel sausen

Von des Windes Hauch bewegt.

Und das Eisengitter dröhnet

Und die Wetterfahne knarrt,

Und der Todtenvogel stöhnet,

Der des Nachts auf Beute harrt.

Doch die Schläfer in der Erde

Weckt es nicht, sie schlummern fort,

Keine irdische Beschwerde

Stört sie mehr an diesem Ort.

Undurchdringlich sicher decken

Sie des Grabes Hüllen zu,

Nur das Leben ist voll Schrecken,

In den Gräbern ist die Ruh'!