Einsam verlassen sein

F. Lachner

Wie nur so herb die Pein,

einsam verlassen sein!

Nirgends ein fühlend Herz,

Fremde nur allerwärts.

Nimmer zu mir herein

dringet ein Hoffnungsschein,

fruchtlos der Freude Schall

suchet nach Widerhall.

Niemals dem Auge lacht

Waldesgrün, Blumenpracht,

und wie so schal und tot

Sternlein und Morgenrot.

Nur in der Brust so bang

wogender Sehnsuchtsdrang,

ach und allüberall

Meidens und Leidens Qual;

Keiner, dem's je mein Mund

klagte in trauter Stund';

wie nur so herb die Pein,

einsam verlassen sein!