Lebenslust
F. Lachner
Wir summen und weben,
Wir schwirren und schweben
In kühlen Lüften
Im Mondenschein,
Bei Laubesdüften
Und Blüthenwein.
Und hinterdrein
Durchsichtig bleich
Unserm Schatten gleich
Der Tod, der Tod.
Wir schwirren und schweben,
Wir haschen und streben
In sanften Tönen
Mit Flügelschlag
Nach allem Schönen
Bei Nacht und Tag.
Der Feind vermag
Aus dieser Brust
Unsers Lebens Lust
Zu bannen nie.
Wir schlafen und träumen
Auf säuselnden Bäumen.
Wir wachen wieder
Zum Abendroth,
Und singen Lieder
Vom Feind bedroht,
Bis einst der Tod
Den Lenz begräbt.
Freund, wer überlebt
Den Frühling gern?