Schmiedlied

F. Lachner

Wenn wir am frühen Morgen

Schon hämmern drauf und dran,

So schläft noch ohne Sorgen

Das Liebchen nebenan.

(Da bringt man ihm im Liede

Den Morgengruß nach Brauch:

Und pocht es in der Schmiede,

So pocht's im Herzen auch!)

Ein Handwerk ohne Liebe

Das wär' ein traurig Seyn,

Wenn so kein Bild uns bliebe,

Das winkt mit goldnem Schein.

(Es lindert die Beschwerde

Mit sanftem Friedenshauch:

Und brennt es auf dem Herde,

So brennt's im Herzen auch!)

Nicht immer bleibt es heiter,

Oft wird der Himmel trüb,

Wir hämmern fröhlich weiter,

Weil uns die Hoffnung blieb.

(Denn dünkt uns gleich die Kammer

Recht traurig manchen Tag,

So übertäubt der Hammer

Des Herzens bangen Schlag!)

Drum soll die Liebe leben

Seid frisch und froh zur Hand;

Nur Fleiß und Frohsinn weben

Des Glückes dauernd Band.

(Weil noch die Wange blühet.

Führt schnell die Meistrin ein:

So lang' das Eisen glühet,

Will's auch geschmiedet seyn!