Kriegslied
F. Lederer-Prina
Mein Pferdchen du musst traben,
Wohl traben die ganze Nacht;
Annele, o weh!
Ich will sie sehn und haben,
Das feine kleine Mädchen
Im fernen, fernen Städtchen,
Mein Herz hat ihrer gedacht!
Annele, ade!
Der Reiter ritt von dannen,
Ach Reiter, das darf nicht sein;
Annele, o weh!
Sie haben die bald gefangen,
Denn wer da desertiret
Wird nimmer pardoniret:
Die Kugel wartet dein!
Annele, ade!
Und fern im fernen Städtchen,
Das Mädel hat nicht Ruh;
Annele, o weh!
Sie springt von ihrem Bettchen,
Denn bange tät sie träumen
Und mocht nicht lange säumen,
Sie eilt dem Lager zu.
Annele, ade!
Und als sie kam zum Lager,
Da stand ihr Liebster gut;
Annele, o weh!
Zwölf Stuzen und zwölf Jäger
Die liessen Kugeln zischen,
Das Mädel warf sich dazwischen,
Da floss der Beiden Blut;
Annele, ade!