Wild lasst sprossen

F. Lederer-Prina

Wild lasst sprossen auf meinem Hügel das Rosenreis,

pflanzet mir auch keine Myrten noch Lorbeer noch Edelweiß.

Frei soll der Platz der Sonne, dem Mond, dem Sturme sein,

drückt mir die todwunde Brust nicht entzwei mit einem Stein.

Sprossen und grünen und blühen lasst, was Gott mir sät;

eurer Liebe bedarf ich nicht, kommt alles zu spät.