Aus längst vergang'ner Zeit
Lehár, Franz
Sieh' jenes Weib gebeugt, zerrissen,
so sitzt sie täglich einsam, müd'!
Wer mag es ahnen, wer es wissen,
wann einst der Frühling ihr geblüht!
Der Zeit gedenkt wohl keiner mehr,
sie weiß ja selbst es kaum;
sie fordert nichts, hat kein Begehr,
als nur ein kleines Stückchen Erdenraum.
Un doch, es hat einst eine Zeit gegeben,
wo Lebensmut sie froh umfing,
wo seelig lächelnd auch das Leben
liebkoste ihr die Wange lind.
Vielleicht zog einer einst durch's Land,
mit dem sie hoffte, seiner harrt' in Beben! --
Vielleicht auch, daß sie nie gekannt
der Liebe holdes Sehnen.
Gewiss! Es sind der Jahre verflossen,
daß sie der Jugend Traum erfüllt,
und oft hat Tränen sie vergossen,
seit sich die Hoffnung ihr verhüllt!