Ging da nicht eben das Glück?

Lehár, Franz

Oft im Leben dann und wann,

faßt dich böser Zweifel an,

und di sinnst tagaus, tagein:

Was mag wohl das Beste sein?

Oft stehst du im Dämmerlicht,

fragst dich soll ich, soll ich nicht?

Da huscht's plötzilch vor dich hin --

und es kommt dir in den Sinn:

Ging da nicht eben das Glück vorbei?

War das vom Zufall kein Wink?

Schön wie ein blühender, sonniger Mai

Lachend vorüber es ging!

Wie hat es freundlich dich noch gegrüßt,

eh'es verschwunden um's Eck'...

Schad' wenn das Glück es gewesen ist --

Ist es schon weit wieder weg.

Oft im Leben dann und wann,

trifft man nie den Rechten an,

man hat ihn ersehnt, erträumt,

aber immer noch versäumt!

Andre können fröhlich sein,

du bist traurig und allein.

Oh, wer weiß wie oft er nah,

doch dein Zögern es versah:

Ging da nicht eben das Glück vorbei?

War das vom Zufall kein Wink?

Schön wie ein blühender, sonniger Mai

lachend vorüber es ging!

Wie hat es freundlich dich noch gegrüßt,

eh'es verschwunden um's Eck'...

Schad' wenn das Glück es gewesen ist --

Ist es schon weit wieder weg.

Oft im Leben dann und wann,

faßt dich die Verzweiflung an

und du ziehst mit wehem Blick

müd'dich von der Welt zurück!

Mag's der letzte Winkel sein --

da auf einmal, gold'ner Schein...

und es streift dich augenblicks

leiser Flügelschlag des Glück's.

Ging da nicht eben das Glück vorbei?

War das vom Zufall kein Wink?

Schön wie ein blühender, sonniger Mai

lachend vorüber es ging!

Hat doch so freundlich dich angeblickt,

als es hereinkam zur Tür --

hat dir so zärtlich dann zugenickt:

"Heut' komm ich endlich zu dir!"