Komm, die Nacht gehört der Sünde
Lehár, Franz
Nacht ist es!
Schrille Sirenen pfeifen und dröhnen,
Stimmen ertönen, Menschengewühl!
Nacht ist es,
seht ihr die spitzen Scheinwerferblitzen,
Autos sie flitzen, dann wird es still.
Jetzt wisperts, jetzt flüsterts rund um und um,
erst bis die Tugend ganz stumm,
geht Sünde um.
Die sich bei Tage verstecken,
kommen des Nachts aus den Ecken.
Grüne Augen funkeln, glühend heiß
im Dunkeln.
Heute, heute mußt du endlich mein sein!
Komm, die Nacht gehört der Sünde,
ein tolles Abenteuer lockt wie noch nie,
komm', auf daß dein Herz empfinde,
wonach es oft in vielen
schwülen Nächten schrie.
Alle süßen Wonnen sonder Zahl ein einzig Mal
im Taumel der Extasen brennend
zu durchrasen!
Komm' die Nacht gehört der Sünde
und lädt dich ein: Komm' sei mein!
Toll ist es, in den Kaschemmen
trunkenes Schlemmen,
wer kann sie hemmen?
Hoch der Absinth!
Schwül ist es, und immer schneller
tanzt Mirabella, die Tarantella,
schön ist das Kind!
Weiß schimmert,
weiß flimmert
köstlich dein Leib,
oh du berauschendes Weib,
bei mir jetzt bleib!
Unter dem Klang der Guitarren,
macht man die Klügsten zu Narren.
Wilde Küsse winken, rote Schleier sinken.
Weiche Arme sehnend mich umfangen!
Komm', die Nacht gehört der Sünde...