Maskerade

F. Lessauer

Heller Schmuck des frohen Tands

Soll uns einmal kleiden,

Lustig bunter Mummenschanz,

Tanzverschlungne Freuden!

Mädchen, schöpft die Haare auf,

Daß sie als ein dichter Knauf

Überm Antlitz wallen,

Unterm Griff zerfallen!

Bärte, lang, von graume Flachs

Wehn an uns mit Würde.

Höckerchen von rotem Wachs

Sei der Nasen Zierde.

Ja, auch Greise sind euch hold!

Mädchen, wenn ihrs wagen wollt,

Reißt uns bald den Plunder

Vom Gesicht herunter.

Ach, nur quält uns nicht zu sehr,

Daß ihr gar entfliehet,

Denn kein Weißbart wünscht sich mehr,

Als daß ihr ihn ziehet.

Unser seid ihr ja gewiß, --

Weh euch, wenn ein Hinderniß

Uns gefoppt mit Listen,

Daß wir zürnen müßten!

Wehe euch! Denn doppelt wild

Macht ihr unsre Sache.

Wenn ihr euch zu spröde fühlt,

Rufen wir zur Rache.

Einzeln fangen wir euch ein,

Und es muß durch unsre Reihn

Küssend jeden Andern

Die Gefangne wandern.

Nun wohlan, hochwerte Fraun,

Ihr bedächtigen Greise!

Gebt euch nicht zu streng zu schauen,

Thut nicht allzu weise.

Im durchneckten Allerlei

Werden frische Lippen frei;

Fassen wir die Locken,

Stellt euch unerschrocken.