Friede

F. Lubrich

Jeder hat's gehabt,

Keiner hat's geschätzt,

Jeden hat der süsse Quell gelabt,

O wie klingt der Name Friede jetzt!

Klingt so fern und zag,

Klingt so tränenschwer,

Keiner weiß und kennt den Tag,

Jeder sehnt ihn voll Verlangen her.

Sei willkommen einst,

Erste Friedensnacht,

Milder Stern, wenn endlich du erscheinst

Überm Feuerdampf der letzten Schlacht.

Dir entgegen blickt

Jede Nacht mein Traum,

Ungeduldig rege Hoffnung pflückt

Ahnend schon die goldne Frucht vom Baum.

Sei willkommen einst,

Wenn aus Blut und Not

Du am Erdenhimmel uns erscheinst,

Einer andern Zukunft Morgenrot!