Hüben und drüben
F. Mair
Hüben ein Thal, drüben ein Thal,
Triefend von Segen beide zumal!
O welche Lust, bei der Düfte Wehn
Hoch von dem Berg in die Tiefe zu spähn!
Hüben so grün, drüben so grün
Wiesen und Felder und Wälder und Flühn!
Augen, bald werdet ihr müde, traun,
Trunken herüber, hinüber zu schaun!
Hüben wie fein, drüben wie fein,
Alles umsponnen vom Abendschein,
Und mir selber vom goldenen Licht
Rosig verkläret das Angesicht!
Hüben Geläut, drüben Geläut,
Erst wie der Duft im Winde zerstreut,
Bis es hinauf zu dem Ohre dringt,
Friedvoll im Herzen zusammenklingt.
Hüben nun mild, drüben nun mild,
Alles erhellt von des Vollmonds Bild!
Seliges Herz, nun trage zu Thal
Alle die Wonne, den Frieden zumal!