Des Wanderburschen Abschied
F. Mayer
Auf luft'ger Höh' alleine
Ein Wanderbursche steht,
Wie g'rad' im Abendscheine
Die Sonne niedergeht.
Am Fuße vom Gebirge
Erglänzen Stadt und Au',
Den Hahn auf jeder Kirche
Meint er zu seh'n genau.
Und dort die Pappelbäume
Am Weg nach Dorf und Mühl',
Da kommen ihm der Träume
Der bitter'n Thränen viel.
Lang steht er hingewendet
Der stumme Wanderknab',
Eh' noch sein Traum geendet
Klingt's hell vom Berg herab.
Sein munt'res Liedchen schicket
Der Postillon in's Thal,
Wenn er die Stadt erblicket,
So bläst er's jedesmal.
Den gelben Wagen rüttelt
Das Schimmelpaar daher,
Ein Köpfchen drin sich schüttelt,
Als ob's verschlafen wär'.
Da reißt er sich behende
Ein Röslein von dem Hut,
Grad in der Jungfrau Hände
Wirft er's mit keckem Muth:
"Grüß mir, o schönes Mädchen,
Die Mägdlein alle dort,
Grüß mir das ganze Städtchen
Von Haus zu Hause fort!"