Die Tochter Jephtas
F. Messer
Wenn das Volk, wenn Jehovas Gebot,
o mein Vater, verlangt meinen Tod,
wenn nur so dein Gelübde sich löst,
o schlag! Meine Brust ist entblößt.
Mein Trauern, mein Klagen ist aus;
von den Bergen jetzt kehrt' ich nach Haus'.
Gibt die Hand mir des Vaters den Schlag,
dann nicht schwer er mich treffen mag.
Und, o Vater, gewiss darfst du sein,
dass das Blut deines Kind's ist so rein
als der Segen, um den ich dich fleh'
und mit dem hinunter ich geh'.
Es erweiche der Freundinnen Schmerz
nicht dem Richter, dem Helden das Herz!
Die ich dir gewonnen, die Schlacht,
frei hat Volk sie und Vater gemacht.
Wenn dies Blut dann - dein eig'nes! - ist kalt
und die Stimme, so lieb dir, verhallt,
sei mein Name dein Stolz! Und noch dies:
Dass mit Lächeln ich starb, nicht vergiss!