Liebeserklärung
F. Methfessel
Gott grüß dich, Mädchen jung und fein,
So lieblich anzuschau'n,
Wer wollte doch so schüchtern sein,
Lass dich vor mir nicht graun!
Denn sieh', vor Wonne wallt mein Blut,
Ich bin dir gar zu herzlich gut,
Du holdes Mägdlein du.
Die Freude mir im Auge blinkt,
Trifft mich dein Engelblick,
Doch aller froher Muth entsinkt,
Ziehst du ihn scheu zurück;
O sieh' mich doch nur dann und wann
Aus deinen blauen Äuglein an,
Du holdes Mägdlein du.
Berührt mich deine Schwanenhand
So wunderweich und weiß,
So wird mir, was ich nie empfand
Im Herzen, ach! so heiß.
Nur einen trauten Handdruck gib'
Mir leise, kleiner Herzensdieb!
Du holdes Mägdlein du.
Dein Mund, so purpurroth und klein,
Das Grübchen in dem Kinn,
Wie ladet es zum Kuß mich ein,
Wie stöhrt dies meinen Sinn!
Hier, meine Hand, geschwind schlag ein!
Du sollst hinfort mein Liebchen sein,
Du holdes Mägdlein du.