Gott, der Unveränderliche

F. Muck

Gott, Dich beschränkt kein Maas der Zeiten,

Du bist, Du warst seit Ewigkeiten --

Wie Tage sind dir Tausend Jahr!

Du bist und bleibst! der Fels verwittert,

Der Strom versiegt, die Ceder splittert,

Doch Du, Herr, bist unwandelbar!

Dein Wille kennet keine Reue,

Unwandelbar ist deine Treue;

Du liebest unveränderlich.

Zum Glück bestimmt leb' ich hienieden;

Mein Loos ward mir von Dir beschieden;

Du sorgtest, eh' ich war, für mich.

O Wort des Lebens, Trost der Seele!

Du bleibst mein Gott, auch wenn ich fehle,

Weil Du es warst von Anbeginn.

Auch bei dem Drucke bittrer Leiden,

Wie im Genusse süßer Freuden,

Entdeckt sich mir Dein Vatersinn.

Sollt' Alles sich auf mir entziehen,

Und schon der letzte Freund entfliehen:

Selbst den Verlust ersetzt Du mir,

Du, Dessen Liebe nie erkaltet,

Ob Erd' und Himmel schon veraltet;

Den treu'sten Freund find' ich in Dir.

Nichts, nichts soll je mich von Dir trennen,

Kein Schmerz den Muth mir rauben können!

Gott, Was mich trifft, ist Dir bekannt.

Mag auch des Todes Antlitz winken,

Mag in ein Nichts die Welt ersinken:

Ich fall' in Deine Vaterhand.