Jasmin und Flieder duften

F. Naubert

Jasmin und Flieder duften durch die Nacht,

Kein Lüftchen regt das Laub an Busch und Baum;

Die Sterne schwimmen in demantner Pracht

Auf stiller Flut; die Welt liegt wie im Traum:

Nur aus der Nachtigall geweihter Kehle

Haucht die Natur den Wohllaut ihrer Seele.

Wer denkt der Stürme nun, die ausgetobt,

Wer auch der Stürme, die uns noch bedräun?

Das tapfre Herz, in manchem Sturm erprobt,

Mag doppelt sich der heiligen Ruhe freun.

Wem solche Nacht nicht Ruhe bringt und Frieden,

Dem blüht kein Glück und Segen mehr hienieden.