Tod im Felde

F. Niggli

Sei du willkommen, frühe Nacht,

Die mich umfängt und müde macht,

Sei du willkommen, Bruder Tod!

Ich sehe Sterne scheinen,

Ach, meine Mutter wird weinen --

Nein, weine nicht, ich leide keine Not!

Du Fremder, der mich hingestreckt,

Nun liegst auch du von Nacht bedeckt

Im friedevollen Sternenschein,

Und unser Streit und Hassen

Muß in der Nacht verblassen,

Bald werden wir versöhnt und Brüder sein.

Nimm mich, du Welt, an deine Brust

Und ströme deine dunkle Lust

Noch einmal durch mein ängstlich Herz.

Wie sind wir irr gegangen

Und müssen doch gelangen

Zur Mutter alle heimatwärts