Hör, wie uns're Klagen schallen
Schreker, Franz
Hör, wie uns're Klagen schallen,
lindre, Himmel, unser Weh,
lass herab dein Manna fallen,
lass ihn fallen, den weißen Schnee!
Starrer Frost stellt uns seit Wochen
schon am Bau die Arbeit ein.
Uns're Kraft, sie ist gebrochen,
denn wir müssen müßig sein.
Sieh dort hinter Spiegelscheiben
freun auch Reiche sich schon lang
auf der Flocken lustges Treiben,
auf der Schlittenschelle Klang.
Ihren Schritten, ihren Wagen
schaufeln dann die Bahn wir frei
und, empor zu dir getragen,
tönt der Armen Jubelschrei.
Doch geschlossen bleibt der Speicher,
der uns gibt des Winters Brot,
und es färbt stets bleich und bleicher
uns're Kinder schon die Not.