Stimmen des Tages

Schreker, Franz

Lang war die Nacht; wie auf stygischem Nachen

hab' ich schlaflos gerungen, gebüßt...

Seid jetzt, um mich her im ersten Erwachen,

seid mir, ihn Stimmen des Tages, gegrüßt!

Seid mir gegrüßt, früh rasselnde Wagen,

emsige Schritte die Gasse entlang.

Du übertönst jetzt des Holzwurm's Nagen,

weckender Morgenglockenklang.

Schon mit dem dämmernden Strahl vor dem Fenster

zwitschert der Sperling fröhlichen Blut's,

Sonne, du nah'st, verscheuchend Gespenster,

heilige Quelle des Licht's ind des Mut's!

Lang war die Nacht; wie auf stygischem Nachen

hab' ich in schweigendem Dunkel gebüßt...

Seid jetzt, um mich her im ersten Erwachen,

seid mir, ihn Stimmen des Tages, gegrüßt!