Der Wächter auf dem Leuchtthurm
F. Schulz
Schon wieder ist die Sonn' hinunter;
Die Nacht wird schwarz,
Und brüllend schäumt die Fluth hier unter
Den Fels von Quarz.
Ha! keine Seele nah' und ferne!
Kein Segel sucht,
Unangelacht von Mond und Sterne,
Die Felsenbucht.
Verlassen bin ich: selbst die Eulen
Flieh'n vor dem Brand.
Fern hör' ich nur den Seehund heulen
Am öden Strand.
Welch ein Orkan! die Wogen schlagen
Lautkrachend an! --
Doch kann mir's hier so wohl behagen,
Mir frohem Mann.
In meines festen Thurmes Schutze
Schläft Weib und Kind
Gottlob! wie eingewiegt, zu Trutze
Dem Meer und Wind.
Die Mewen, die den Fels umschwirren
Mit mattem Flug,
Sind, in mein Netz sich zu verirren.
Oft keck genug.
Mein Bischen Armuth sucht hier oben
Kein frecher Dieb:
O Thurm! mag Wind und Woge toben,
Du bleibst mir lieb.