Wohl in Acht nahm ich bei Tage

F. Semon

Wohl in Acht, wohl in Acht nahm

Über Tag ich das Aug' und die Hand.

Wie die Nacht, wie die dämmernde Nacht kam,

Wie geschah's, daß der Trotz mir entschwand?

Ach wie wund, ach wie wund wahr

Mir von tödtlichen Räthseln die Brust!

Doch der Mund, doch der thörichte Mund war

Nur geöffnet für Lachen und Lust.

Denn so blöd ist, so blöde

Unser Herz, wie ein trotziges Kind.

Kaum umgraut es die Nacht und die Öde,

Flüchtet's reuig zur Mutter geschwind.

Wohl in Acht, wohl in Acht nahm

Über Tag ich das Aug' und die Hand.

Wie die Nacht, wie die selige Nacht kam,

Hab' ich stammelnd ihr Alles bekannt.