Die ölzerne Bein

F. Sieber

Ick bin ein Franzose,

Mesdames!

Voll Muth bey Champagner Wein;

Jean Grillon

seynd mein Name,

Mein Stolz sein die ölzerne Bein.

Luft, Wasser und

pommes de terre,

Mehr brauck ick nicht, lustig zu seyn;

Der

Place

, wo ick steh' und das Ehre

Des braven Soldaten sind mein.

Glaubt ihr, daß ick Küße nicht gebe,

So trügt euch wahrhaftig der Schein;

Man brauck ja, so wahr als ick lebe,

Zum Küße die Maul, nit die Bein.

Ick scherze, ick lecke, ick kose,

Comme ça

mit die ölzerne Bein,

Denn oberhalb bleib ick Franzose,

Und wär ick auck unten von Stein.

So incke ick fröhlick durchs Leben,

Comme ça

mit die ölzerne Bein,

Und Kaiser und Könige geben

Mir Platz für die ölzerne Bein.

Und kriegt dann mein Leben einst Pause;

Wie giftig die Grabwurm wird seyn!

Sie will se recht froh an mir schmause,

Und findet die ölzerne Bein.

Und sterb ick, und wär es auck heute,

Marschir' ick zum Immelsthor ein,

St. Pierre

kommandiret die Leute:

Mach's Platz für die ölzerne Bein.