Heraus
F. Sieber
Was ist das für ein Ahnen
So heimlich süß in mir?
Was ist das für ein Mahnen:
Heraus! Heraus mit dir!
Du Träumer aus der Wintergruft,
Heraus! Heraus zur Frühlingsluft!
Heraus!
Der rothe Finke picket
An's Fenster wunderlich
Und blickt mich an und nicket,
Als grüßt' er freundlich mich
Und rief: du finstres Menschenkind,
Heraus zum frischen Morgenwind!
Heraus!
Sahst du das Hirtenknäblein,
Den Lenz, du kleiner Wicht?
Zerbrich mit deinem Schnäblein
Mir nur das Fenster nicht!
Trieb er, schon aus dem Weidenhaus
Die Silberschäfchen klein und kraus
Heraus!
Du meinst: die Fischlein springen
Am warmen Uferrand,
Wir wollten aber singen
So frei durchs ganze Land,
Durch grünen Zaun und Blüthenbusch,
Durch Wälder und durch Auen, husch
Hinaus?
Ade, mein Flühlingsbote!
Laß mich, laß mich allein!
Grämt' ich mich auch zu Tode,
Bei dir könnt' ich nicht sein;
Denn deine Flügel fehlen mir;
Wie gerne flög' ich doch mit dir
Hinaus!