Süss Nachtigall

F. Sieber

Auf leichtem Zweig im Waldgeheg

Süßnachtigall verweilt,

Bis auf dem lichten Sternensteg

Der Mond herübereilt.

Der spinnt so süß und mildiglich

Waldüber seinen Strahl,

Als zög' er gerne sie zu sich

In lichten Himmelssaal.

Die aber klagt und weint so weich

Um ihr gar falsches Lieb,

Und fühlte sich den Engeln gleich

Wenn das nur treu ihr blieb.

So trauert wohl das arme Blut,

Und sieht in's blasse Licht,

Der Mond ist, ach, so mild und gut,

Doch helfen kann er nicht!