Der Wandrer

F. Silcher

Muß der Ruhm des Edlen denn vergehen,

Wie die goldne Schrift am Leichenstein?

Kann das herrlichste nicht fortbestehen,

Hüllt die Nacht das höchste Streben ein?

Kaum noch kann ich deinen Namen lesen,

Wo die Nesseln um den Marmor blühn!

Ach, das wärmste Herz es muß verwesen,

Über ihm wird dann der Rasen grün.

Ach, dein Grab ist still und eingesunken,

Keiner wallt mit einem Opfer her,

Deines Geistes hellr Götterfunken,

Weh, er leuchtet unter uns nicht mehr.