Ein deutsches Lied

F. Silcher

Wo ein Altar steht, den der Lenz bekränzt,

wo ein Banner weht, drauf die Leier glänzt,

wo der Rebe Gold schimmert im Pokal,

deutsches Auge zollt einen Freudenstrahl.

Wo die Liebe wohnt, wo ihr Lied erklingt,

die Begeist´rung thront und die Welt umschlingt;

wo der Himmel lacht in das Herz hinein,

wo kein Teufel wacht, sollen Deutsche sein.

Wo der Mann so fest, fest wie Felsen steht,

sich auf Gott verläßt, bis er untergeht,

von dem Tod erreicht, wie ein Felsen fällt,

wenn die Erde weicht, drauf ihn Gott gestellt.

Und ein heilig Wort, schwellend jede Brust,

schalle fort und fort, weihe Lied und Lust;

sei gegrüßt Panier, schlinget Hand in Hand,

ihm nur folgen wir, dir o Vaterland.