Am feuerheerd
F. Van der Stucken
Wir sassen voller Traulichkeit
Am heerd zur Winterabendzeit
Als ob wir grau an Haaren,
Und deine roten Lippen verwelkt schon waren.
Es flog der Heerdflamm' roter Schein
Durchs saubre, duftige Kämmerlein,
Auf dein bleich Gesicht zurücke,
Es war ein Bild won recht häuslichem Glücke.
Da plötzlich streckst du nach der Flamm'
Das kleine Füsschen
Und ich nahm es bebend, stammelnd zwischen meine beiden Händen,
Bedeckt' es mit Küssen!
Da fielst du liebkrank mir um den Hals!
Ach! ist ein Frauenherze doch so falsch?
Wer kann das raten, ermessen!
Der Frühling kam, schon war ich vergessen.