So heimlich

F. Van der Stucken

So heimlich wie die Blümlein spriessen

und ihre Düfte sanft verwehn,

wie abends sich die Kelchlein schliessen,

die still im hohen Grase stehn.

So heimlich wie die Sterne schweben

am blauen, ew'gen Himmelszeit,

wie Kinderwangen zart erröten

und Früchte reifen auf dem Feld,

so kam die Liebe, wie die Sonne

nach langem Winter, sehnsuchtstrunken,

die ganze Erde badet in Wonne.

Wir wussten's nich, und sie war da.