Die Luft so still

F. Volkmann

Die Luft so still und der Wald so stumm

An dieser bewachsenen Halde,

Ein grüngewölbtes Laubdach ringsum,

Ein Wiesental unten am Walde.

Wildblühende Blumen sprießen umher,

Rings fließen süße Düfte;

Ohne Rauschen raget der Bäume Meer

Hoch in die sonnigen Lüfte.

Nur Amselschlag einsam und weit,

Und Falkenschrei aus der Höhe,

Und nichts Lebendiges weit und breit

Als im Waldthal grasende Rehe;

Natur, in dein Leben, still und kühl,

Liege ich selig versunken:

Ein süßes Kindermärchengefühl

Macht mir die Sinne trunken.