Posthornklang

F. Volkmann

Das Posthorn tönt

Vom Straßenrain,

O lust'ger Klang

Durch Wald und Hain!

Er reißt mit sich

Mich fort im Flug,

Wie Stromes Flucht,

Wie Wolkenzug.

Fort über Berg

Und Thal und Feld,

Hinaus, hinaus,

In alle Welt.

Als Reis'genoß'

Den munter'n Schall,

Mit Radgebraus

Und Peitschenknall.

So geht es fort

Von Lust beseelt,

Hinaus, hinaus,

In alle Welt.

Denn ach, von mir

So weit, so weit,

Mein Liebchen wohnt,

O tiefes Leid!

Das fährt wohl oft

Erschreckt empor,

Berührt der Schall

Nur leis' ihr Ohr.

Es springt zur Thür'

Mit frohem Schrei,

Doch rasselnd fliegt

Die Post vorbei.

Vorbei, vorbei,

So wie der Klang,

Der eben jetzt

In's Ohr mir drang.

Ach, wann nur führt

Doch mich einmal

Zu dir, zu dir

Solch munt'rer Schall?!