Schlachtbild

F. Volkmann

Feuerbraunen Angesichts,

Ihr Auge blutrot, starr ihr Blick,

So tanzen sie zum Todesreih'n,

Zum Todesreih'n, zum Rabenmahl,

Die Donnergötter, rasch dahin.

Die Sonne steigt, und stiller wird's im Tal,

Und Geisterschatten lispeln durch die Luft.

Gegenüber tritt hervor

Aus Wald und Felsenkluft der Feind,

Hervor mit hohem Opferspiel,

Zum Todesreihn, zum Rabenmahl,

Hervor das Opfer, Mann und Ross.

Die Sonne steigt, und stiller wird's im Tal,

Und Geisterschatten lispeln durch die Luft.

Brüllend wälzet sich die Schlacht,

Von Heer zu Heer die Hyder fort.

Und vom Gebrüll ertönt der Hain,

Und der zerriss'ne Himmel tönt;

Und Raben schweben näher her.

Die Sonne steigt, und stiller wird's im Tal,

Und Geisterschatten lispeln durch die Luft.

Rosse brausen dumpf im Blut,

Und ihre Reiter weinen laut.

Ha! die zu Ross und die zu Fuß!

Hinsturz! Verzweiflung! Wuthgeheul!

Ha! Todesschau'r ergreifet sie!

Die Sonne sinkt, und stiller wird's im Tal,

Und Geisterschatten lispeln durch die Luft.

Noch einmal auf Sterbenden,

Zerriss'nen Gliedern seines Rumpfs,

Und Leichen schwankt der Feind daher:

Umsonst! Umsonst! Der Donner brüllt.

Umsonst! Umsonst! Der Rabe schwebt.

Die Sonne sinkt, und stiller wird's im Tal,

Und Geisterschatten lispeln durch die Luft.

Schleunig hebt er seine Schenkel,

Bluttriefend flieht er durch's Gefilde,

Brüllt aus sein Leben aus der Wunde;

Und Donner rollen hinter ihm,

Und fernher tönt das Opferspiel.

Der Mond steigt auf, und Stille herrscht durch's Thal,

Und Raben lagern sich aufs Leichenfeld.