Abschied von Tirol

F. von Suppé

Wia die Stellung war zum Militär,

denn die Zeiten san gar streng und schwer,

hab'n s'an Haufen Buama z'sammatrieb'n,

und mir zwa san richti piken blieb'n.

Ja, das waß die Commission recht guat,

wer a Herz hat und a feurig's Bluat.

Und die säub'rigsten im ganzen Land,

hab'n s'glei g'halten vor der Hand.

Na, das leucht't den Kaiser freili ein,

ohne uns kann ka Batali sein.

So ziag'n ma furt von z'Haus,

weit in die Fremd' hinaus,

d'rum pfirt di Gott, leb wohl,

mei schön's Tirol!

Freili haßt's verlassen jetzt die Alm

und die Küah, die Lamperln und die Kalb'n

und die Berg' mit ihren ewig'n Schnee,

unser schönes Tal - ja, das tuat weh!

Seg'n nöt mehr die Aussicht groß und weit,

d'ganze Welt in ihrer Herrlichkeit,

atma nimmamehr die reine Luft

und den Almarosenduft,

Schau'n mit Wehmut 'nauf no in die Fern',

eh' mir ziag'n in d'finstere Kasern'.

Mir müss'n furt von z'Haus

weit in die Fremd' hinaus;

pfirt di halt Gott, leb wohl,

mei schön's Tirol!

Statt der Sichel wetz'n müss'n ma jetzt

unser Rüstzeug flicken, wann's zerfetzt;

statt die Küah aft d'Alma aufi z'führ'n,

hinter d'Rösser von d'Husar'n marschier'n.

Und den Deanderln, weiß und rot im G'sicht,

völli 's Herz jetzt auseinandabricht.

Samsta Nacht, da geht's recht trauri her,

's kummt ka Bua zur Kammer mehr.

Ja, statt dass zur Dern mir fensterln geh'n,

haßt's am Posten fleißi Schildwach' steh'n.

Mir müss'n furt von z'Haus

weit in die Fremd' hinaus;

d'rum pfirt di Gott, leb wohl,

mei schön's Tirol!

Na, wia Gott will! Aber das is g'wiss,

dass mit unseraner nöt z' g'schpassen is;

der Tiroler is a starker Bua,

wann er d'reinkummt, nachher haut er zua.

Kummt der Feind uns amol in die Quer,

na, den richt ma aft scho sauber her.

Der Tiroler is a braver Schütz',

's trifft sein Stutzen wia der Blitz.

Mir verteidigen mit starker Hand

unser'n Kaiser, unser Vaterland!

D'rum lusti furt von z'Haus

weit in die Fremd' hinaus;

pfirt di halt Gott, leb wohl,

mei schön's Tirol!