Das Vergissmeinnicht

F. von Suppé

Die Blume, die an Baches Rand

beim Abschied du gepflückt,

hast du mit wehmutsvollem Blick

mir in die Hand gedrückt.

Ich sah dich ernst und fragend an;

weißt du, was sie verspricht?

Die Blume, die du mir geschenkt,

war ein Vergissmeinnicht!

Ach, lange blieb noch frisch und schön

der Blume Himmelsblau,

gepflegt von meiner treuen Lieb',

genetzt von Tränentau;

wenn auch des Lebens Missgeschick

mir keine Rosen flicht,

so wär' ich ewig doch beglückt

durch dein Vergissmeinnicht!

Doch sieh', es welkt, denn ach, mein Aug'

hat keine Träne mehr,

es ist die schöne weite Welt

mir öd' und freudenleer.

Was du getan, als du mir gabst

die Blume, weißt du nicht;

dein Herz hat keine Lieb' für mich

und kein Vergissmeinnicht!